KI-Kultur mitgestalten statt auf den Tipping Point zu warten – Beitrag im KMU-Berater Blog

KI-Kultur mitgestalten statt auf den Tipping Point zu warten – Beitrag im KMU-Berater Blog

Während Zukunftsforscher eine große Chance in Künstlicher Intelligenz sehen, sprechen Tech-Pessimisten von einer existentiellen Bedrohung. Wir erfahren eine schleichende Kulturveränderung mit jedem weiteren Prozess, der auf smarte Weise im Unternehmen automatisiert wird. Verena Fink gibt Hinweise, welche Potentiale sich bei einer verantwortungsbewussten Mitgestaltung der KI-Kultur für die Personalarbeit ergeben.

Zukunftsforscher übertreffen sich in Superlativen rund um smarte Technologie. Manche prognostizieren, in rund 20 Jahren werde Künstliche Intelligenz (KI) die menschliche Intelligenz überholt haben, anderen pochen auf die exponentielle Geschwindigkeit des technischen Fortschritts und glauben an eine neue Evolutionsstufe für die Menschheit. Vertreter des sogenannten Tech-Optimismus sprechen von einem revolutionären Wendepunkt, der zum Anstieg menschlicher Intelligenz und Kreativität führen wird.

Technologiefreunde vs. Tech-Pessimisten

Ein bekannter Vertreter der Technologiefreunde ist Ray Kurzweil, amerikanischer Autor und Futurist, im Einsatz als Leiter der technischen Entwicklung bei Google. Kurzweil steht für einen unerschütterlichen Glauben an den Fortschritt der Menschheit mit Technologie. Für ihn ist KI keine existenzielle Gefahr, sondern eine riesige Chance.

Mindestens genauso überzeugt argumentieren die Vertreter der anderen Seite, Tech-Pessimisten wie Nick Bostrom. Der schwedische Philosoph von der Universität Oxford forscht zu Bioethik und Technikfolgenabschätzung. Bostrom spricht von existentieller Bedrohung durch Künstliche Intelligenz, die uns unter dem Strich vor allem schadet oder, die sich zu wenig gut prognostizieren lässt, um sie mit Zuversicht zu betrachten.

Wer die überzeugten Statements dieser beiden Lager zu KI vergleicht, mag an die widersprüchlichen Vorstellungen erinnert werden, die wir Menschen über uns selbst pflegen. Allein die Annahme, Künstliche Intelligenz sei eine Entität, welche als Werkzeug den Menschen ersetzt, spiegelt ein Bild von menschlicher Alleinherrschaft. Kein Wunder, wenn dann die Sorge hochkommt, diesen Anspruch zu verlieren.

KI in Personalprozessen

Das Buch „Künstliche Intelligenz in der Personalarbeit – Potenziale nutzen und verantwortungsbewusst handeln“ will Brücken bauen mit einem einfachen Realitätscheck:

  • Welche KI-Werkzeuge und -Anwendungen sind heute rund um People & Culture im Einsatz und welchen Mehrwert bringen sie dem Unternehmen und seiner Belegschaft?
  • Wie können Führungskräfte sie verantwortlich implementieren und ethisch sensibel steuern?

Damit geht die Autorin über die Betrachtung von KI-Werkzeugen als Effizienz-Tools hinaus, zu Personal- und Kulturentwicklung. Die Chancen und Risiken für sinnstiftende Arbeit werden anhand der Wechselwirkung von Künstlicher Intelligenz und menschlicher Kooperation betrachtet, im Abgleich von persönlichen Präferenzen mit kollektiven Werten.

Hier geht es nicht um den einen Moment des „Tipping Point“ zur nächsten Evolutionsstufe, sondern um die schleichende Kulturveränderung mit jedem weiteren Prozess, der auf smarte Weise automatisiert wird. Auch die Rolle von Personalarbeit wird sich dadurch verändern, weshalb es sich lohnt, jetzt darüber zu reden und die neue Kultur verantwortlich und aktiv mitzugestalten. Das Buch gibt Entscheiderinnen und Umsetzern in Personal, Organisationsentwicklung und Strategie Impulse, und will allen Führungskräften im Unternehmen Lust machen auf neue Ansätze in der Arbeit mit Menschen.

Mehr erfahren?

Managerinnen, Führungskräfte und Personalverantwortliche sind gefragt, Organisationen und Teams für eine KI-basierte Arbeitszukunft auszurichten. Das Buch „Künstliche Intelligenz in der Personalarbeit – Potenziale nutzen und verantwortungsbewusst handeln “ von der Autorin und KMU-Beraterin Verena Fink, Leiterin der Fachgruppe Digitalisierung, gibt praktische Anleitungen für HR und Führung.