KI liest aus Gesichtern: Pseudowissenschaft oder Marketingparadies? – Beitrag von Verena Fink aus dem Teletalk Magazin

KI liest aus Gesichtern: Pseudowissenschaft oder Marketingparadies? – Beitrag von Verena Fink aus dem Teletalk Magazin

Bislang habe ich über „Face Reading“ immer ge- lacht. Physiognomik erschien auf mich wie eine Sammlung margenträchtiger Methoden, die ähn- lich wie im Horoskop zufällige Wahrheiten beinhalten. Die heutigen Anbieter kombinieren Bausteine wie Psycho- Physiognomik, Analyse der Körpersprache und kleinste Mimik-Signale, sogenannte Micro-Expressions. Bislang hat noch niemand bewiesen, mit solchen Ansätzen z.B. im Bewerbungsprozess auf den ersten Blick ein Persön- lichkeitsprofil seines Gegenübers entwickeln zu können.

Im Kundenkontakt verspricht aktuell die Swiss Digital Initiative eine technologische Lösung der perfekten Menschenkennung: Zusammen mit der Kunsthoch- schule Head aus Genf hat sie „ADface“ entwickelt, ein Tool, mit dem die KI aus unseren Gesichtern lesen kann und personalisiert Werbung vorschlägt. Die KI scannt

zusammengezogene Augenbrauen als Zeichen von Wut und ein Grinsen als “glücklich”. Mit diesem einfachen Spiel bekommen wir eher Denkanstöße, welche Mög- lichkeiten, Grenzen und Risiken Gesichtserkennung im Kundenkontakt birgt. Immer recht freundlich!