Die Möbelbranche profitiert von KI im Online-Shop – Beitrag im möbelfertigung Magazin

Die Möbelbranche profitiert von KI im Online-Shop – Beitrag im möbelfertigung Magazin

Wer kennt es nicht, schon wieder nervige Banner-Werbung! Die Anzeige zeigt mir Schuhe, die ich schon vor zwei Wochen bestellt habe oder Mailings, die mir ein neues E-Bike schmackhaft machen wollen, obwohl ich an meinem Selbstbild kräftiger Waden festhalten will. Abhilfe versprechen KI-gesteuerte Produktempfehlungen, personalisierte Landingpages und 1:1-Ansprachen. Chatbots und KI-gesteuerte Services sollen im Online-Shop nicht nur die Conversion steigern, also die Erfolgsquote an der Kasse, sondern auch unser Einkaufserlebnis anreichern.

Künstliche Intelligenz im Online-Shop hält Einzug in deutschen Unternehmen, das beweisen die Zahlen: Bereits in 63 Prozent der deutschen Online-Shops kommt KI heute schon zum Einsatz. Besonders beliebt ist der Einsatz von KI heute in der Produktsuche und Empfehlung. Auch mit Kommunikation und Service durch Chatbots sowie mit Personalisierung und dynamischer Content-Ausspielung wird zunehmend experimentiert. Spannend ist der Blick nach vorne, denn rund 80 Prozent der Händler wollen in den kommenden drei Jahren in KI investieren. Zugegeben, hier ist die Größe der Shops und Unternehmen noch ein entscheidender Faktor, in KMUs herrscht meist mehr Zurückhaltung gegenüber KI-Anwendungen. Wer mit einem kleineren Shop nicht den Anschluss im Wettbewerb verlieren will, für den lohnt ein Blick auf die andere Seite: Wohin entwickelt sich die Erwartung der Nutzer?

Personalisierung verkauft 

Egal ob B2C oder B2B, aktuelle Untersuchungen zeigen, dass rund 75 Prozent der Nutzer einen Online-Shop direkt verlassen, wenn sie nicht sofort finden, was sie suchen. Schließlich ist der nächste Anbieter meist nur einen Klick weit entfernt. Knapp die Hälfte bricht auf dem Weg zum Checkout den Kauf ab, wenn die Journey nicht ausreichend auf ihre Bedürfnisse angepasst ist. Anbieter, die gezielt mit Personalisierung im Shop arbeiten berichten dagegen von Conversion-Steigerungen um 25 Prozent. Personalisierung erfordert nicht zwingend Künstliche Intelligenz. Ihr Einsatz wird umso interessanter, je komplexer der Beratungsanspruch, mit dem der Kunde im Online-Shop auf sich allein gestellt ist, zum Beispiel in der Konfiguration. Auch in der Möbelbranche kann KI zum relevanten Hilfsmittel werden.

Livestyle4living

Der deutsche Möbelvertrieb lifestyle4living nutzt zum Beispiel die Anwendung FACT-Finder Next Generation von Omikron Data Quality. Hintergrund ist eine KI-basierte Plattform für Suche, Navigation, Merchandising und Recommendation. Lifestyle4living hat das KI-System von FACT-Finder im Online-Shop eingeführt und berichtet von spürbaren Verbesserungen, wie beispielsweise der Steigerung von Shop-Umsätzen, Conversion-Raten, Warenkörbern und Ladezeiten. Der Möbelvertrieb nutzt die KI im Online-Shop, um die UX (User Experience) zu verbessern und neue Features für Kampagnen, Guided Selling oder Personalisierung schneller zu integrieren. So soll die zunehmende Automatisierung nicht auf Kosten das Kundenerleben nicht schmälern, sondern bereichern.

Neural Pocket Inc

In Bestands- und Beschaffungsoptimierung kann KI auf Basis gesammelter Daten realistische Umsatzprognosen erstellen. Möbelhändler können so schwer vorherzusehende Ereignisse leichter kalkulieren und mögliche Unterbrechungen in der Lieferkette vom Möbelhersteller oder zum Kunden hin schneller lösen. Im Bestandsmanagement reagieren KI-basierte Prognosen frühzeitig auf Veränderungen, berechnen automatisch Einkäufe neu und regulieren den Bestand. Der Erfolg lässt sich daran messen, wie gut es gelingt, Engpässe und Überbestände zu verhindern. Für Trendprognosen in Mode nutzt das japanische Start-up Neural Pocket Inc, ein KI-basiertes System, das systematisch Daten aus Websites und Social Media sammelt, um damit für Unternehmen relevante Trendbewegungen analysiert. Auf diese Weise können Unternehmenskunden aus der Analyse von Farben, Stilen und Designs kommende Trend-Produkte prognostizieren. Nach eigenen Angaben lassen sich dadurch Produkterfolg, Lagerbestände und Betriebsmargen optimieren.