WACHSTUM MIT KI WO DIE WAHREN HEBEL LIEGEN – Eine Verena Fink Kolumne für das DUP Unternehmer Magazin

Die Prognosen für die europäische Wirtschaft sind nicht gerade rosig. Umso hoffnungsvoller wird die Frage gestellt, welcher Hebel für die Wirtschaft in Künstlicher Intelligenz steckt.

Studien von Amazon Web Services zeigen: Wenn die aktuelle Wachstumsrate beibehalten wird, könnte Künstliche Intelligenz (KI) bis 2030 circa 600 Milliarden Euro zusätzlich zur Wirtschaftsleistung Europas beitragen – das entspricht dem Wert der gesamten Baubranche. Laut Accenture könnten europäische Großunternehmen, die Kl-Investitionen nicht skalieren, jährlich bis zu 200 Milliarden Euro Umsatzwachstum verpassen.

Die öffentliche Debatte dagegen kreist oft um spektakuläre Beispiele generativer Kl in Texten, Bildern und Videos. Die großen Produktivitäts- und Wachstumsschübe finden aber in ganz anderen Bereichen statt – leise, unspektakulär und mit enormer Wirkung auf das Bruttoinlandsprodukt.

Finanzwelt: Kl als Effizienzmaschine

Banken und Versicherungen stehen an der Spitze der Branchen mit dem größten Automatisierungspotenzial. Eine Statista-Analyse zeigt, dass sich vor allem die Arbeitsstunden der Mitarbeitenden verringern lassen, die entweder komplett durch KI übernommen oder Kl-gestützt erledigt werden könnten – von automatisierter Kreditprüfung über Betrugsprävention bis zu Vertragsanalysen.

Software: Development unter Strom

Kaum eine Branche hat so sichtbar auf generative Kl reagiert wie die Softwareentwicklung. Allerdings ist die Euphorie mit Vorsicht zu genießen. Studien zeigen, dass Entwicklerinnen und Entwickler mit generativen Tools wie Copilot oder ChatGPT manchmal schneller, manchmal aber auch langsamer arbeiten – je nachdem, wie gut sie die Technologie einsetzen können.
Der wahre Hebel liegt nicht im spontanen „Kl-Zaubertrick“, sondern in der Integration in bestehende Workflows. Firmen, die das schaffen, feiern massive Effizienzgewinne.

Produktion und Fertigung: Europas große Chance

Laut Eurostat nutzen inzwischen rund 13 Prozent der produzierenden Unternehmen in Deutschland Kl – ein Anstieg von mehr als 100 Prozent seit
2020. Der Hebel liegt dabei vor allem in Prozessoptimierung, Qualitätssicherung und Predictive Maintenance mithilfe von Kl.

Die Beispiele zeigen: Die wirklich großen Hebel für Businesswachstum entstehen also dort, wo Ki stille Prozesse beschleunigt, Daten intelligent verknüpft und Strukturen effizienter macht.